Die Geschichte des Kaviars
Es ranken sich viele Gerüchte und Mühten über die Herkunft dieser
Delikatesse, jedoch ist keine Überlieferung auf Ihre Richtigkeit hin
bestätigt.
Die populärste Version besagt, dass sich das Wort Kaviar vermutlich
aus dem Ausdruck Cahv-Jar herleitet, was soviel wie "Kuchen des
Vergnügens" heißt. Der Begriff stammt von einer iranischen
Volksgruppe namens Khediven ab, die am südlichen Rand des
kaspischen Meeres lebte. Eine weitere bekannte Legende behauptet,
dass sich das Wort Kaviar aus dem persischen "Khag-viar" her
entwickelt hat, den im mittelpersischen Sprachraum bedeutet "Khag-viar"
soviel wie "kleines schwarzes Fischei".
Bevor der Kaviar, ab dem 19. Jahrhundert, als Delikatesse gehandelt
wurde galt er überwiegend als Arme-Leute-Essen und war
Grundnahrungsmittel für die armen Fischer am Kaspischen Meer und an
der Wolga. Das lag vor allem daran, dass die Fischer ihn nicht
verkaufen konnten, weil er so schnell verdarb. Gerade diese
Verderblichkeit ohne angemessene Kühlkette war es, die den Kaviar so
Interessant für Zaren, Aristokraten und Adlige machte. Einen
einwandfreien Kaviar zu einem Fest zu dinieren war schwer und somit
galt es als besonders beachtenswert, wenn es jemandem der oberen
Gesellschaft gelang zu einer Feierlichkeit dies zu gewährleisten.
Das kaspische Meer durfte bis 1925 ausschließlich von russischen
Fischern befischt werden. 1953 eröffnete die erste staatliche,
iranische Fischerei und sorgt seit dem mit guter, unter Experten
hochgeschätzter Qualität, dass kein Monopol Seitens Russland
aufkommt.

Kaviar Heute - Die Problematik
Durch die starke Überfischung der Wolga und des kaspischen Meeres in
den 80er und 90er Jahren ist der Belugabestand der Gegenwart stark
gefährdet. In den 90ern wurde am kaspischen Meer ohne verbindliche
Fangquote gefischt und somit der Störbestand um ~ 90% dezimiert.
D.h. natürlich gefangener Kaviar gefährdet mittlerweile den
fortbestand Art und eine Alternative musste gefunden werden.
Die
Sternstunde der Aquakultur hatte geschlagen. Mittlerweile erhofft
man sich durch die immer erfolgreicher werdende
Kaviarzucht den
Wildbestand des Störs wieder aufbauen zu können, jedoch werden immer
noch ~ 100 Tonnen Kaviar illegal aus Russland exportiert. Viele
Fischer an Wolga und kaspischen Meer überschreiten weiterhin die
Fangquoten um zu überleben.
Durch die weite Verbreitung wird dem Kaviar manchmal nicht mehr nur
Salz, sonder auch andere Stoffe wie E151, E132, E110, E104, Sorbit,
Natriumglutamat, Xanthan, Johannisbrotkernmehl und Natriumbenzonat
beigefügt um Farbe und Haltbarkeit zu verbessern.
Die Kaviarwirtschaft der Gegenwart
Im Jahr 2004 wurde erstmals ein Exportverbot für die Anrainerstaaten
des kaspischen Meers durch die UN-Artenschutzbehörde CITES erteilt.
Dieses Exportverbot wurde 2007 wieder gelockert, es dürfen jetzt
wieder 3,8 Tonnen
Beluga Kaviar und insgesamt 23,5 Tonnen schwarzen Kaviars
legal aus Russland exportiert werden. Man geht davon aus das die
Dunkelziffer Russlands bei ~200 Tonnen exportiertem Kaviar liegt.
Somit ist der Großteil ~90% des Kaviarangebots in Europa und dem
Rest der Welt illegal angebotener Kaviar. Jede in Deutschland
importierte und verkaufte Lieferung muss ein Zertifikat der
Artenschutzbehörde haben um als legal angesehen zu werden.
Diese Problematik und das mit dem Schwarzhandel einhergehende Risiko
haben zu einer Verteuerung des Kaviarpreises in den letzten Jahren
beigetragen. Die Lösung um die bestehende Nachfrage ohne Ausrottung
des Störs zu decken liegt in den mittlerweile gut funktionierenden
Aquakulturen und der Zucht des
Störs. Mittlerweile werden 5%, das
sind 250 Tonnen, der weltweiten Nachfrage durch die Kaviarzucht
gedeckt. Man geht davon aus, dass sich die Akzeptanz des
Zuchtkaviars, durch fortlaufende Qualitätsverbesserungen, positiv
entwickelt und der Wildfang in den nächsten Jahren an Bedeutung
verlieren wird.